Ich bereite vor — ich begutachte nicht.

Jagdschein und Alkohol: Wenn die persönliche Eignung nach § 6 WaffG in Frage steht

Eine Alkoholfahrt liegt vielleicht schon Jahre zurück – und trotzdem meldet sich plötzlich die Jagdbehörde. Erfahren Sie, was jetzt auf Sie zukommt und wie Sie sich gezielt vorbereiten.

12 Mon.üblicher Abstinenznachweis bei Alkoholbezug
5 Schrittestrukturierte, individuelle Vorbereitung
bundesweitVorbereitung online oder in München
Sicherer Umgang mit der Jagdwaffe – Vorbereitung bei Jagdschein und Alkohol

Betrifft mich das wirklich?

Kurzer Selbstcheck

  • Wurde Ihnen der Führerschein wegen Alkohol am Steuer entzogen — auch wenn das schon länger her ist?
  • Haben Sie ein Schreiben der unteren Jagdbehörde oder Waffenbehörde zur Regelüberprüfung erhalten?
  • Steht die Verlängerung Ihres Jagdscheins an und Sie sind unsicher, ob der alte Vorfall noch eine Rolle spielt?
  • Wurden Sie aufgefordert, ein Gutachten zu Ihrer persönlichen Eignung nach § 6 WaffG vorzulegen?

Wenn Sie mindestens eine Frage mit Ja beantworten: Sie sind hier richtig — und Sie sind nicht der einzige Jäger, der genau in diese Situation gerät. Die meisten meiner Klienten kommen mit exakt diesem Ausgangspunkt zu mir.

Ein Fallbeispiel aus der Praxis

TYPISCHER ABLAUF

Ein Hobbyjäger besitzt einen Dreijahres-Jagdschein, der jedes Jahr im Frühling verlängert wird. Jahre zuvor hatte er eine Alkoholfahrt mit über 1,6 Promille — der Führerschein wurde eingezogen, eine verkehrsrechtliche MPU war zur Wiedererlangung nötig. Nach einem nachgewiesenen Abstinenzjahr bestand er die Begutachtung und bekam seinen Führerschein zurück.

Was er nicht auf dem Schirm hatte: Bei der routinemäßigen Verlängerung seines Jagdscheins fragt die untere Jagdbehörde automatisch beim Bundeszentralregister und der Fahrerlaubnisbehörde an — im Rahmen der Regelüberprüfung nach § 4 Abs. 3 WaffG. Die alte Alkoholfahrt taucht dort erneut auf.

Das Ergebnis: Eine Aufforderung zur waffenrechtlichen Begutachtung — obwohl der Führerschein längst wieder da war. Denn die jagdrechtliche Zuverlässigkeit ist rechtlich eine eigene Frage, unabhängig von der bereits bestandenen Fahreignungs-MPU.

Genau in dieser Situation bin ich Ihr Ansprechpartner: für die gezielte Vorbereitung auf das Gespräch mit dem Gutachter — nicht für die Begutachtung selbst.

"Ich weiß nicht, ob ich das allein hinbekomme" ist der häufigste erste Satz in meinen Erstgesprächen — und der Beginn einer erfolgreichen Vorbereitung.

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§ 5 Zuverlässigkeit vs. § 6 persönliche Eignung

Diese beiden Begriffe werden oft verwechselt — für Ihre Situation ist der Unterschied jedoch entscheidend.

§ 5 WaffG — Zuverlässigkeit§ 6 WaffG — Persönliche Eignung
Fehlt u. a. bei rechtskräftiger Verurteilung wegen einer vorsätzlichen Straftat.Fehlt, wenn Tatsachen bekannt sind, die Zweifel an geistiger oder körperlicher Eignung begründen.
Eher formal-rechtlich geprüft (z. B. Führungszeugnis, Register).Wird im psychologischen Gespräch der waffenrechtlichen Begutachtung geprüft.
Offizieller Gesetzestext § 5 WaffGOffizieller Gesetzestext § 6 WaffG

Wichtig zu wissen

Eine bereits bestandene Fahreignungs-MPU gilt nicht automatisch für das Waffenrecht. Die Jagdbehörde kann trotz zurückerhaltener Fahrerlaubnis eigenständig Zweifel an Ihrer persönlichen Eignung nach § 6 WaffG anmelden.

So läuft Ihre Vorbereitung ab

SchrittInhalt
1. ErstgesprächIch analysiere Ihr Behördenschreiben, kläre Fristen und verschaffe mir einen ersten Überblick — vertraulich und unverbindlich.
2. FallanalyseWir erarbeiten, was die Behörde konkret bezweifelt und worauf der Gutachter besonders achten wird.
3. Individuelle VorbereitungIn Einzelgesprächen entwickeln wir Ihre persönliche Strategie für das Gutachtergespräch.
4. BegutachtungssimulationWir simulieren das reale Gespräch, damit Sie wissen, welche Fragen kommen und wo noch Unsicherheiten bestehen.
5. Begleitung bis zum TerminIch stehe Ihnen bis zur Begutachtung als Ansprechpartner zur Verfügung — auch bei Fragen zu Fristen und Behördenkorrespondenz.

Was die Gutachter bei Jägern wirklich prüfen

Verantwortung fürs Revier und den Umgang mit der Waffe

Die Gutachter prüfen, ob Sie die besondere Verantwortung, die der Umgang mit der Jagdwaffe im Revier erfordert, wirklich verinnerlicht haben — und ob Ihr Verhalten in der Vergangenheit mit dieser Verantwortung vereinbar war. Waidgerechtigkeit bedeutet auch: uneingeschränkte Selbstkontrolle in jeder Situation.

Charakterliche Stabilität und Selbstreflexion

Gefordert ist, dass Sie Fehler eingestehen und glaubwürdig darstellen können, was sich in Ihrer Lebensführung seit dem Vorfall verändert hat. Oberflächliche Antworten werden erkannt.

Umgang mit Alkohol

Es geht nicht nur darum, ob Sie abstinent sind — sondern ob Sie die Ursachen Ihres früheren Konsums verstanden und dauerhaft verändert haben. Das ist der zentrale Prüfpunkt bei Jagdschein und Alkohol.

Sie haben keinen Jagdschein, sondern besitzen "nur" eine Waffenbesitzkarte als Sportschütze?

Dann betreffen Sie ähnliche Fragen, aber mit anderen Details zur Regelüberprüfung. Lesen Sie hier weiter: Waffenbesitzkarte und Alkohol — was Sportschützen wissen müssen

Häufige Fragen

Gilt eine bestandene Fahreignungs-MPU auch für den Jagdschein?

Nein. Die jagdrechtliche Zuverlässigkeit nach § 5 WaffG und die persönliche Eignung nach § 6 WaffG sind rechtlich eigenständige Fragen — auch wenn derselbe Vorfall beiden zugrunde liegt.

Was kostet die Vorbereitung auf die waffenrechtliche Begutachtung?

Das hängt vom Umfang Ihres individuellen Falls ab. Das Erstgespräch ist kostenlos und unverbindlich — dort bespreche ich mit Ihnen transparent, welche Vorbereitung sinnvoll ist und was sie kostet. Die Kosten der eigentlichen Begutachtung erfragen Sie direkt bei der jeweils zuständigen Stelle.

Wie lange dauert es, bis wieder ein positives Gutachten vorliegt?

Das hängt vom Einzelfall ab. Bei Alkoholbezug wird häufig ein lückenloser Abstinenznachweis von mindestens 12 Monaten verlangt, bevor die eigentliche Begutachtung stattfindet.

Kann eine Regelüberprüfung auch ohne neuen Vorfall zur Begutachtung führen?

Ja. Bei der routinemäßigen Verlängerung des Jagdscheins prüft die Behörde automatisch beim Bundeszentralregister und der Fahrerlaubnisbehörde — auch länger zurückliegende Vorfälle können erneut relevant werden.

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