Ablauf der MPU

Ein Leitfaden zum Ablauf einer MPU Begutachtung. Zunächst eine kurze Erläuterung was, bzw. warum es in Deutschland eine MPU (Medizinisch-Psychologische Untersuchung) überhaupt gibt.

 

Warum eine MPU?

Wenn die Fahrerlaubnisbehörde Zweifel an ihrer Fahreignung hat, wird eine MPU angeordnet. D.h. Es bestehen Zweifel, die darauf schließen lassen, dass sie durch auffälliges Fahrverhalten z.B. durch Fahrten unter Suchtmitteleinfluss wie Alkohol oder Drogen einen Verstoß gegen verkehrsrechtliche Bestimmungen verstoßen haben. Auch zu viele Punkte durch wiederholte Geschwindigkeitsverstößen, oder aggressives Verhalten (Nötigung ect.) im Straßenverkehr, wird eine MPU angeordnet.

 

Entziehung oder Neuerteilung der Fahrerlaubnis?

Im Klartext heißt das, eine MPU dient als Hilfe für die Fahrerlaubnisbehörde zur Vorbereitung ihrer Entscheidung ob sie die wahren Ursachen des Verstoßes (z.B. Trunkenheitsfahrt, Punkte ect.) erkannt und reflektiert haben – um über Entziehung oder Neuerteilung der Fahrerlaubnis zu entscheiden…

 

Sie sind der Auftraggeber der MPU

Sie als Betroffener müssen die Begutachtungsstelle ihrer Wahl beauftragen um ein Gutachten zu erstellen, nicht die Führerscheinstelle! Diese fordert sie lediglich dazu auf, „bestenfalls“ ein positives Gutachten vorzulegen.

 

Welche Begutachtungsstelle in München ist sinnvoll?

Zunächst muss es sich um eine amtlich anerkannte Begutachtungsstelle für Fahreignung handeln. Ablauf oder Kriterien der fachlichen Beurteilung unterscheiden sich die amtlich anerkannten Begutachtungsstellen in der Regel nicht. Die nachfolgenden Institute bieten laufend Informationsveranstaltungen ab, hier können sie nach persönlicher Einschätzung und Gefühl ihre Wahl treffen…

 

Klicken Sie auf den Button um eine Übersicht aller Begutachtungsstellen in München zu erhalten!

Anerkannte Begutachtungsstellen in München…

 

Übersicht aller in Deutschland ansässigen Begutachtungsstellen geordnet nach Postleitzahlen:

Begutachtungsstellen nach Postleitzeahl…

 

 

Wann sollte ich mit der MPU-Vorbereitung beginnen?

Ihre MPU-Vorbereitung sollte idealerweise so früh als möglich begonnen werden, damit sie den Zeitraum bis zum Ablauf der Sperrfrist so optimal wie möglich nutzen können. Viele Betroffene machen den Fehler, erst nach Ablauf der Sperrfrist sich mit der MPU Begutachtung vertraut zu machen. Hier wird von ihnen erwartet eigenverantwortlich aktiv zu werden. Vor allem wenn es um Abstinenznachweise geht, müssen sie diese lückenlos (6,12 Monate je nach Fall) nachweisen können. Beginnen sie erst nahe des Ablaufs ihrer Sperrfrist, so verzögert sich dementsprechend auch die Beantragung und Zulassung der MPU!

 

Akteneinsicht Ihrer Führerscheinakte

Vielen ist nicht bewusst, dass sie die Möglichkeit haben in ihre eigene Führerscheinakte einsehen zu dürfen. Warum sollten sie das tun? Ganz einfach deshalb, weil sie dann schwarz auf weiß wissen, was alles an Informationen über sie bzw. ihrer Verstöße bezüglich der verkehrsrechtlichen Bestimmungen aktenkundig sind. Auf den Fall bekommt der Gutachter ihre Akte zur Hand und macht sich im Vorfeld bereits eine Einschätzung wer ihm gegenüber sitzt. Fatale Folgen kann das haben, wenn z.B. Fragen zu früheren Verstößen ect. gefragt werden, die sie nicht mehr in Erinnerung haben und dadurch versuchen diese auszuweichen.

Das richtige Vorgehen wird individuell in einem persönlichen Gespräch geklärt.

 

Beginn der Vorbereitung in Einzelgesprächen

Aufgrund unserer langjährigen Erfahrung im Bereich der MPU Vorbereitung ist es uns bewusst dass es wenig sinnvoll ist, Sie nur auf die MPU Prüfung vorzubereiten. Die MPU ist nämlich alles andere als ein Frage – Antwort Spiel.

Wir unterstützen Sie dabei,  die eigenen Problembewältigungsstrategien sowie ihre Muster (Konsummuster) und somit sich selbst kennen zu lernen und gegebenenfalls weitere, hilfreiche Maßnahmen zu ergreifen.

 

MPU erfolgreich bestehen?

Zum einen wird bei der MPU erwartet, dass Sie Ihre Entwicklung bis hin zur Auffälligkeit genau beschreiben können. Zum anderen, dass Sie die wahren Ursachen der Trunkenheitsfahrt erkannt und reflektiert haben sowie Ihr gesamtes bisheriges Trinkverhalten kritisch reflektiert haben und daraus Ihre persönlichen Konsequenzen gezogen haben.

Ebenso überzeugend müssen Sie belegen können, dass Sie angemessene Verhaltensänderungen erlernt und eine Rückfallvorsorge getroffen haben.

Weiterhin ist dem Gutachter bei der MPU Begutachtung glaubhaft zu vermitteln, dass keine charakterlichen Mängel vorliegen, d.h, dass bei Ihnen als Verkehrsteilnehmer nicht infolge beträchtlicher Unreife von Verhaltensauffälligkeiten sowie von fehlendem Verantwortungsgefühl ausgegangen werden muss.

All diese psychologischen Voraussetzungen zum erfolgreichen Bestehen der MPU erarbeiten wir gemeinsam in psychologischen Beratungsgesprächen.

 

Dauer der MPU-Vorbereitung?

Die Dauer der Vorbereitung ist individuell unterschiedlich und den gegebenen Umständen entsprechend geschuldet. Im Normalfall (1. MPU Alkoholdelikt) werden ca. 6 – 12 Stunden in sechs Beratungseinheiten absolviert – je nach Mitarbeit und Selbstreflektion.

 

Sperrzeitverkürzung (1 – 3 Monate)

Ein Antrag auf eine Sperrzeitverkürzung (i.d.R. 1 – 3 Monate) bei Gericht ist eine Möglichkeit, den Führerschein vorzeitig wiederzuerlangen. Dazu ist eine frühzeitige verkehrspsychologische Beratung Voraussetzung.

Laut Strafgesetzbuch (StGB) § 69a Abs. 7 besteht die Möglichkeit auf vorzeitige Rehabilitation, ich Zitiere:

„Ergibt sich Grund zu der Annahme, dass der Täter zum Führen von Kraftfahrzeugen nicht mehr ungeeignet ist, so kann das Gericht die Sperre vorzeitig aufheben.“

Nutzen sie die Chance, wir besprechen mit ihnen gemeinsam geeignete Maßnahmen auf eine Sperrzeitverkürzung.

 

Termin bei der Begutachtungsstelle

Haben sie ihre MPU-Vorbereitung durchlaufen, die Abstinenznachweise lückenlos zur Hand, so können sie nun einen Termin bei einer Begutachtungsstelle beantragen. Dazu sendet die Führerscheinstelle ihre Akte zu der Begutachtungsstelle ihrer Wahl. Im Anschluss erhalten sie einen Überweisungsträger mit den Begutachtungskosten, sobald diese bezahlt sind, erhalten sie einen Termin zur Begutachtung.

 

Kosten der Begutachtung

Die Kosten der MPU werden nach der Gebührenordnung für Maßnahmen im Straßenverkehr festgesetzt. Je nach Anlass der Begutachtung fallen Kosten von ca. 300,00 € bis ca. 800,00 € an, Gutachten zu Punkten oder Straftaten sind günstiger als Alkoholdelikte oder Drogenuntersuchungen.

Preise für Haaranalysen unterliegen nicht der Gebührenordnung. Kosten hierfür ca. 200,00 € bis 300,00 €. Urinuntersuchungen kosten ab ca. 100,00 € pro Untersuchung. Genaue Kosten dazu sollten sie vorab klären.

 

Am Tag der Begutachtung

Unter Vorlage des Ausweises melden sie sich bei der Begutachtungsstelle an. Hier werden ihnen diverse Fragebögen über führerscheinspezifische Fragen, aber auch Fragen zu ihren persönlichen Verhältnissen, sowie medizinische Fragen ausgehändigt.

Ihr Erscheinungsbild sowie ihr Verhalten während der MPU wird in persönlichen Gesprächen genau besprochen.

Insgesamt dauert die medizinisch-psychologische Untersuchung ca. 3 – 4 Stunden und gliedert sich wie folgt:

  • Medizinische Untersuchung
  • Leistungstests
  • Psychologisches Gespräch (ca. 1 Stunde)

Je nach Delikt erfolgt eine alkohol- bzw. drogenspezifische Begutachtung in Form eines Reaktionstests, letzteres auch ein Aufmerksamkeits- und Konzentrationstest.

 

Sollten sie noch spezielle Fragen rund um die MPU-Vorbereitung haben, so stehe ich ihnen jederzeit zur Verfügung…

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